Amazon übernimmt Kontrolle über das James-Bond-Franchise

Schon lange ist die Zukunft von James Bond unklar. Doch jetzt ist die Situation mit der Übernahme von MGM Studios ein Schritt weiter gekommen.

Die James-Bond-Filmreihe steht vor einer epochalen Veränderung: Die langjährigen Produzenten Michael G. Wilson und Barbara Broccoli geben die kreative Kontrolle über das erfolgreiche Spionage-Franchise ab. In einer kürzlich bekannt gegebenen Vereinbarung wird Amazon MGM Studios zukünftig die kreative Leitung der Bond-Filme übernehmen. Wilson und Broccoli bleiben Mitbesitzer der Marke und beteiligen sich weiterhin an den finanziellen Erträgen der Filme.

Im Zuge der neuen Struktur gründeten Amazon MGM Studios und die bisherigen Produzenten ein Joint Venture, das die geistigen Eigentumsrechte an James Bond verwalten soll. Die exakten finanziellen Rahmenbedingungen des Deals wurden nicht veröffentlicht.

Unklare Zukunft von James Bond bei Amazon

Seit dem Abschluss der Daniel-Craig-Ära mit Keine Zeit zu sterben (2021) befindet sich die Bond-Reihe in einer ungewissen Phase. Trotz zahlreicher Spekulationen gibt es bislang keine offizielle Ankündigung über die Neubesetzung der ikonischen Rolle oder über künftige Regie- und Drehbuchentscheidungen. Laut Berichten könnte die nun getroffene Vereinbarung den Weg für Filmemacher ebnen, die bisher aus kreativen Restriktionen heraus nicht mit der Reihe in Verbindung gebracht wurden. Namen wie Christopher Nolan, Steve McQueen oder Edward Berger wurden in der Vergangenheit mit der Zukunft des Franchises in Verbindung gebracht.

Die Übernahme von MGM durch Amazon im Jahr 2022 für 8,5 Milliarden US-Dollar beinhaltete bereits die Vertriebsrechte an den James-Bond-Filmen. In der Folge wurde vermehrt über Spannungen zwischen Amazon und den Bond-Produzenten berichtet. Insbesondere Broccoli soll sich gegen eine Erweiterung des Franchise in Form eines „Cinematic Universe“ ausgesprochen haben, wie es bei anderen Filmreihen wie Marvel oder Star Wars der Fall ist.

Das kann sich aber jetzt durch die Übernahme ändern. Es ist wahrscheinlich, dass Amazon nicht nur an neue James-Bond-Filme für das Kino denkt, sondern auch an Produktionen für den eigenen Streamingdienst. Darunter könnte auch eine Serie fallen, wie es Amazon ja bereits im Herr der Ringe-Franchise mit Die Ringe der Macht bewerkstelligt hat.

Die Bond-Reihe bleibt insgesamt eine der wertvollsten Marken der Filmindustrie. Keine Zeit zu sterben erzielte weltweit ein Einspielergebnis von 775 Millionen US-Dollar. Die Übernahme der kreativen Kontrolle durch Amazon könnte zwar neue Dynamik in die Entwicklung des nächsten Bond-Films bringen, aber bis konkrete Pläne bekannt gegeben werden, dürfte noch einige Zeit vergehen.

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